Samstag, 21. Mai 2011

Designmonat in Graz: die Eröffnung. Teil 2

Umso ruhiger die Eröffnung begann, desto turbulenter wurde es im Anschluss. Emsig wurden im Freien Fackeln, Heugabeln, Holzrechen und ähnliches bäuerliches Werkzeug, die uns nicht mal mehr an Großmutters Zeiten erinnerten, verteilt. Culture Clash vom Feinsten, würden vielleicht manche Leute behaupten!

Kurz darauf wurden wir lautstark zum Mariahilferplatz gelockt, wo bereits eine Meute von jungen Menschen den Künstler Johannes Grenzfurthner (von der Künstlergruppe monochrom) umkreiste – dieser hielt eine unüberhörbare Ansprache und forderte uns auf, mit ihm ein 5-Meter-Hendl in Graz zu jagen. Kurze Rede, kurzer Sinn und die Hendl-Jagd nahm seinen Lauf. Lärmend und bewaffnet gingen wir durch die Straßen und riefen immer wieder „Weg mit dem Huhn – es frisst unsere Kinder und unsere Haustiere!“. Verdutzte, amüsierte, aber auch ernste Blicke der Passanten folgten uns, aber leider gab es keine Spur vom 5-Meter-Hendl. Deshalb machten wir an einer Heiligenstatue halt, knieten uns hin und baten den werten Himmelvater um Hilfe. Höflich dankten wir für das TV-Format „Bauer sucht Frau“ und schwangen unsere Fackeln zum Lied „Kumbaya my Lord„. Die aufgebrachte Meute avancierte kurzweilig zu einer besonnenen Truppe. Doch die Hendl-Jagd ging weiter, forderte sogar kaputte Strümpfe sowie frühzeitig abgebrannte Fackeln. Dann kam uns die glorreiche Idee, im Supermarkt unser Glück zu versuchen – jedoch fanden wir nur gerupftes, in Plastik verpacktes Geflügel. Doch wir gaben die Suche nicht auf, bis wir beim ehemaligen Taggerwerk ein Riesenhuhn entdeckten. Voller Euphorie sprangen wir über den Zaun um das Federvieh zu fangen, doch vergebens. Das Hendl war bereits im Suppentopf gelandet und die Hühnerjagd voller Ironie endete so prompt wie sie begann, mit dem Satz:„Die Bauern machen die Arbeit und kriegen nichts dafür!“. Wahrere Worte hört man selten.











Die Hühnerjagd „Chickzilla“ entpuppte sich als die Guerilla-Werbeaktion des „bok bok book“ (die neue Publikation des FH-Studiengangs Informationsdesign), die im Taggerwerk den Höhepunkt fand.

Im Anschluss der Buchpräsentation, fand das Opening des Designmonat Graz 2011 statt. Zugegebenermaßen präsentierte sich das ehemalige Taggerwerk als interessanter Veranstaltungsort und man darf auf neue Events gespannt sein.

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